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Von Daniela Scholer | IBCLC | EFNB® | Neointensiv-Kinderkrankenpflegerin | Zuletzt geprüft am 18.04.2026

Die offiziellen Empfehlungen

Babys sollten um den 6. Lebensmonat (ca. 180 Tage) mit Beikost beginnen.

Die 2026 veröffentlichte “S3-Leitlinie Stilldauer und Intervention zur Stillförderung” empfiehlt:

Reifgeborene Kinder sollten bis zum vollendeten sechsten Lebensmonat ausschließlich oder überwiegend gestillt werden.

Somit entspricht die bisherige Empfehlung “Beikost frühestens mit Beginn des 5. Monats (17 Wochen) und spätestens mit Beginn des 7. Monats (26 Wochen einzuführen” nicht mehr dem neuesten Stand.

Entscheidend sind jedoch nach wie vor die Beikostreifezeichen: Dein Baby kann mit leichter Unterstützung aufrecht sitzen, selbstständig Nahrung greifen und zum Mund führen, und der Zungenstreckreflex ist verschwunden. Ein früherer oder späterer Start kann gesundheitliche Nachteile haben.

Der ideale Zeitpunkt

Wann mit Beikost starten?

Beikost vor dem 6. Lebensmonat wird nicht empfohlen, da dein Baby noch nicht bereit für Beikost ist. Ein Beikostbeginn nach dem 7. Monat kann wiederum zu Nährstoffmangel, Fütterungsschwierigkeiten und weiteren Problemen führen. Bisher galt, dass der ideale Zeitraum zwischen 17 Wochen und 26 Wochen liegt. Dieses Zeitfenster wurde von allen Fachgesellschaften übereinstimmend empfohlen. Mit der neu veröffentlichten “S3-Leitlinie Stilldauer und Intervention zur Stillförderung” wird Stillen bis zum vollendeten 6. Lebensjahr empfohlen.

Der genaue Zeitpunkt ist jedoch (ungeachtet der Leitlinie) individuell unterschiedlich und an den Beikostreifezeichen erkennbar.

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Den richtigen Zeitpunkt sicher bestimmen – im Beikostkurs von Nestlingszeit

Wieso steht auf einigen Beikostgläschen groß „4. Monat“?

Im Supermarkt sieht man öfter Beikostgläschen, auf denen groß und gut sichtbar „4. Monat“ steht. Viel kleiner und weniger gut sichtbar steht daneben „Nach dem“. Dies ist leider irreführend und verleitet Eltern dazu, bereits vor dem 5. Lebensmonat mit Beikost zu beginnen.

Nicht das Etikett des Beikostgläschchens entscheidet, wann dein Kind mit Beikost beginnen soll, sondern die Beikostreifezeichen.

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© JackF/ iStock

Dein Baby entscheidet

Der Zeitpunkt für die Beikosteinführung ist individuell

Die Entwicklung ist bei jedem Kind anders und erfolgt auch in einem anderen Tempo.

  • Jedes Kind hat sein eigenes Tempo.
  • Kein Kind ist ein statistischer Mittelwert.
  • Die Abfolge der Entwicklungsstadien bei Babys ist einheitlich – das zeitliche Auftreten ist sehr unterschiedlich.
  • Manche Babys sind neugieriger und interessieren sich früher als andere.

Der Überblick

Die Beikost Empfehlungen der Fachgesellschaften

Die Beikostempfehlungen der wichtigsten Fachgesellschaften aus Österreich, Deutschland, der Schweiz sowie jene von der WHO findest du hier.

Beikostempfehlungen Deutschland

S3-Leitlinie Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung

Reifgeborene (und gesunde) Kinder sollten bis zum vollendeten sechsten Lebensmonat ausschließlich oder überwiegend gestillt werden.

Reifgeborene (und gesunde) Kinder sollten bis zum vollendeten sechsten Lebensmonat ausschließlich oder überwiegend gestillt werden.

Nationale Stillkommission (NSK) am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

  • “Säuglinge sollten mindestens bis zum Beginn des 5. Monats ausschließlich gestillt werden.

  • Auch nach Einführung von Beikost – frühestens mit Beginn des 5. Monats, spätestens mit Beginn des 7. Monats – sollten Säuglinge weiter gestillt werden.
  • Ab wann ein Säugling innerhalb des genannten Zeitfensters zusätzlich Beikost benötigt, ergibt sich individuell in Abhängigkeit vom Gedeihen und der Essfähigkeit des Kindes.
  • Die Stilldauer insgesamt bestimmen Mutter und Kind.”

AWMF-Leitlinie zur Allergieprävention

“Abhängig von der Bereitschaft des Säuglings sollte mit der Fütterung von Beikost frühestens ab Beginn des fünften und spätestens ab Beginn des siebten Lebensmonats begonnen werden.”


Beikostempfehlungen Österreich

Österreichische Beikostempfehlungen 2022 (ÖGKJ)

“Stellungnahme der Ernährungskommission der Österreichischen Gesellschaft für Kinder und Jugendheilkunde.

Mit zunehmender Entwicklung und Reife soll Beikost etwa im Alter von 6 Lebensmonaten angeboten werden. Der Beikostbeginn soll nicht vor dem Alter von 17 Wochen und nicht nach dem Alter von 26 Wochen liegen. Etwa mit 6 Monaten benötigen die meisten Säuglinge zusätzlich zur Muttermilch oder zu altersgerechter Milchfertignahrung weitere Nährstoffe, insbesondere Spurenelemente, wie Eisen oder Jod.”

Österreichische Beikostempfehlungen 2022 (AGES)

“Die Einführung der Beikost soll um das 6. Lebensmonat, je nach Entwicklungsgrad des Kindes, frühestens mit Beginn des 5. Monats und spätestens mit Beginn des 7. Monats (nicht vor dem Alter von 17 Wochen und nicht später als mit 26 Wochen) beginnen. Der konkrete Zeitpunkt wird durch die Zeichen des Kindes (motorische Entwicklung, Interesse) bestimmt. Ein Weiterstillen mit und nach der Beikosteinführung wird empfohlen. Muttermilch und Säuglingsanfangsnahrung bleiben auch nach Einführung der Beikost eine wichtige Energie und Nährstoffquelle im 1. Lebensjahr.”

Faktencheck – wann starten Eltern in Österreich mit Beikost?

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Sukie-Studie Abbildung 11, Seite 49


Beikostempfehlungen Schweiz

“Beginnen Sie daher frühestens anfangs des fünften Monats und spätestens anfangs des siebten Monats mit der Beikost. Wann Sie innerhalb dieser Zeitspanne beginnen, hängt vom Kind ab. Jedes Kind hat seinen eigenen Rhythmus.”


Beikostempfehlungen Weltweit – WHO

“Infants should be introduced to complementary foods at 6 months (180 days) while continuing to breastfeed.”

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Daniela Scholer
IBCLC, EFNB

Daniela Scholer ist IBCLC Still- und Laktationsberaterin, EFNB-zertifizierte Neonatalbegleiterin und Fachreferentin beim Europäischen Institut für Stillen und Laktation (EISL).

Als diplomierte Kinderkrankenpflegerin mit Spezialisierung in der neonatologischen Intensivpflege begleitet sie seit 20 Jahren Familien – von der Neugeborenen-Intensivstation bis in den Alltag zu Hause. Ihr Ansatz ist evidenzbasiert, empathisch und nah am Leben.

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