Von Daniela Scholer | IBCLC | EFNB® | Neointensiv-Kinderkrankenpflegerin | Zuletzt geprüft am 18.04.2026
Wusstest du, dass in Deutschland 20,5 % der Babys zu früh Beikost erhalten? Sprich jedes fünfte Kind bekommt bereits vor dem empfohlenen Zeitfenster (zwischen 17. und 26. Lebenswoche) Beikost.
Quelle: KiESEL-Studie, 2022
Irrtümer und Mythen sind einer der Hauptgründe, warum Eltern zu früh mit Beikost starten. Damit du richtig informiert bist, beschreiben wir in diesem Beitrag 10 häufige Irrtümer und Mythen rund um die Beikostreifezeichen.
Quellen: Scott et al.,, 2009; Brown & Rowan, 2015
Weitere wichtige Infos zum Thema Beikost und Stillen findest du im Beitrag „Soll ich neben der Beikost noch stillen?
Der „erste Zahn“ hat es als Beikostreifezeichen sogar in die eine oder andere Fachpublikation bis hin zu offiziellen Empfehlungen geschafft. Ein Beweis dafür, wie hartnäckig Mythen sich halten.
Quellen: Arden, 2009; Begley et al., 2019
Neben dem Erreichen eines bestimmten Alters gibt es noch weitere 8 Gründe, warum Eltern zu früh mit Beikost starten.
Quellen: Castenmiller et al., 2019; Rapley & Murkett, 2021;
“Die Koppelung von Gewicht und Beikoststart geht auf die 1950er-Jahre zurück, als man glaubte, dass Babys feste Nahrung bräuchten, sobald sie ihr Geburtsgewicht verdoppelt oder ein Gewicht von fünfeinhalb Kilo überschritten hätten.”
Rapley, G. & Murkett, T. (2019). Baby-Led Weaning – das Grundlagenbuch: Der stressfreie Beikostweg. Komplett aktualisierte und erweiterte Neuausgabe. S.29-30.
Alleiniges Interesse ist ein häufiger Beweggrund für eine verfrühte Beikosteinführung.
Quellen: Arora et al., 2020; Brown 2016; Clayton et al., 2013
“The main reasons that women gave for introducing solids to their infants before 17 weeks were that their baby was […] was showing interest in solids or were in some other way indicating they were ready for solids (12%).”
Alleiniges Interesse ist ein häufiger Beweggrund für eine verfrühte Beikosteinführung.
Quellen: Arora et al., 2020; Brown 2016; Clayton et al., 2013
“Dein Baby verlangt nach dem, was andere essen. Zunächst wird dieses Zeichen des Interesses gern als Hunger fehlinterpretiert. Noch hat dein Baby aber nicht die Erfahrung gemacht, dass diese Nahrung sättigt – sein Verlangen ist also von Neugierde, nicht von Hunger geleitet.”
Klün, K. (2024). Kompass Kinderernährung. Gesund und gut versorgt in jeder Altersstufe. Südwest, S.50.
Entscheidungen zur Säuglingsernährung werden stark von familiären und kulturellen Einflüssen bestimmt, wie eine systematische Übersichtsarbeit von 23 Studien bestätigt:
“In this systematic review, familial and cultural influences were the basis of many infant feeding decisions. “Good mothering” as measured through cultural and societal expectations was also clearly demonstrated to have a profound effect on feeding.”
Quellen: Arora et al., 2020; Brown 2016; Clayton et al., 2013
In dieser systematischen Übersichtsarbeit bildeten familiäre und kulturelle Einflüsse die Grundlage vieler Entscheidungen zur Säuglingsernährung. Auch das Konzept der „guten mütterlichen Fürsorge“, gemessen an kulturellen und gesellschaftlichen Erwartungen, zeigte eindeutig einen tiefgreifenden Einfluss auf das Ernährungsverhalten.
Quellen: Costantini et al., 2018; Harrison et al., 2017
Gerne darfst du diesen Beitrag an deine Freunde weiterleiten.
Vielen Dank!








